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dicker Hund
Level 13
XP 2.552
Eintrag: 06.12.2015

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Die Forke des Todes

(Originaltitel: The Prowler)
Herstellungsland:USA (1981)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Graduation, The
Morderca Rosemary
Prowler - Die Forke des Todes, The
Prowler, The
Rose Mary's Killer
Rosemary's Killer
Zabójca Rosemary

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,80 (40 Stimmen) Details
inhalt:
Das Ende des 2. Weltkriegs wird gefeiert. Ein Soldat, der aus der Schlacht zurückkehrt, muss allerdings erfahren, dass seine Geliebte nicht mehr auf ihn warten will. Das ist ihr Todesurteil, denn die junge Frau wird am Tag des Abschlussballs mit einer Forke blutig durchbohrt. Viele Jahre später wird wieder der Schulabschluss gefeiert, obwohl dies lange Zeit verboten war. Doch es kommt zu einer grausigen Mordserie, die irgendwie in Zusammenhang mit dem Mord vor vielen Jahren zu stehen scheint… Wer kann das Morden nicht lassen?
eine kritik von dicker hund:

"Die Forke des Todes" oder "The Prowler" ist ein konventioneller Slasher, der ein Jahr nach "Freitag, der 13." und drei Jahre nach "Halloween - Die Nacht des Grauens" herauskam. Regisseur Joseph Zito wusste sein Können drei Jahre später noch einmal mit der dritten Fortsetzung der "Freitage" und mit "Missing in Action" unter Beweis zu stellen. Auch wenn 1981 neben dem hier besprochenen "Schleicher" noch "Burning Revenge", "Maniac", "Absurd", "Nightmare in a damaged Brain" und die jeweils erste Fortsetzung der zuvor genannten Reihen und damit massig ähnliche Filme erschienen, handelte es sich um eine Zeit, in der das Subgenre noch nicht ganz so ausgelutscht und daher eine legitime Nachfrage nach schlichter Quantität solcher Produkte vorhanden war.

Einige typische Klischees und Ärgernisse fallen ungeachtet der Berücksichtigung der filmhistorischen Einordnung unangenehm auf: So ist der Plot belanglos; und von Erwachsenen, die sich wie zurückgebliebene, zwischen Verklemmtheit und Sexbesessenheit schwankende Teenager verhalten, wird man leider auch nicht verschont. Deren Anteil am Geschehen ist andererseits endlich, so dass die Hauptdarsteller Raum haben, ihre durchaus mit etwas Pfiff versehenen Rollen ordentlich zu verkörpern. Gemeint ist erstens Christopher Goutman als Deputy Mark London, den der Umstand belastet, dass er sich aufgrund seines jungen Alters den Respekt und die Autorität des Amtes erst noch verdienen muss. Zweitens wäre da Vicky Dawson als Pam MacDonald (welch amerikanische Namensgebung!), die vielleicht nur dem Anschein nach das schwache Blondchen ist, auf welches man sie auf einen flüchtigen Blick hin zu reduzieren geneigt sein mag.

Der Mörder ist natürlich nicht annähernd so eine Kultfigur wie die Herren Jason, Michael oder Leatherface. Kommt er allerdings zum Einsatz, lässt sich das schon wegen der von Tom Savini gestalteten Goreszenen durchaus sehen (Gewalt 6/10). Seine Effektkunst wurde gut über den Film verteilt, wenn auch mit fortlaufender Spielzeit keine allzu große Steigerung im Schauwert feststellbar ist. Auch das Drumherum der Morde überzeugt: Die Tatorte sind mit einer geschickt plazierten Kamera (z. B. unter Wasser, schräg von oben) aufgenommen, wenn sich an ihnen jene tödlichen Ereignisse abspielen, die das quasi einzige vordergründig schockierende Element des Films sind und bleiben (Horror 5/10). Der Score versetzt den Zuschauer in die passende Stimmung: Zu hören ist ein wenig schön schmierige Rockmusik, viel öfter aber das variantenreiche Leitmotiv, das in Richtung "verstimmtes Klavier mit Echofunktion" geht, begleitet etwa von tröpfelnden Höhen oder sanften Bässen. Selbst zähe Passagen erhalten hierdurch einen gewissen Stil.

Weniger Stil hat da schon der Nudity-Faktor (Sex 3/10), denn die wenigen (Teil-) Nacktszenen sind mäßig freizügig und auch bei wohlwollender Betrachtung lediglich einigermaßen erotisch. Der beigemengte Humor (5/10) tut dem Gesamtbild ebenfalls nur teilweise gut. Einige Pseudo-Teenie-Nebendarsteller machen vordergründige Späße, an denen die von ihnen verkörperten Figuren einen Spaß haben, der für den Zuschauer nicht ohne weiteres ansteckend wirkt. Der Auftritt eines phlegmatischen Hotelmitarbeiters am Telefon ist in diesem Sinne fast schon ein Highlight, da recht knuffig inszeniert und im Nachhinein ironisch in der Erinnerung verhaftend. Ergänzt wird dieser Aspekt durch die unfreiwillige Komik der deutschen Synchronisation, die an Ableseübungen unbekannter Texte in einer durchschnittlich leistungsfähigen Realschulklasse erinnert und nur im Umfang von Zufallstreffern mal eine angemessene Betonung findet.

Aufhören tut der Spaß aber bei der für das Review genutzten DVD von Red-Video: Nicht nur, dass der Originalton fehlt, es muss auch noch die vielleicht beste Szene des Films gleich im Topmenü abgedudelt und dadurch gespoilt werden. Dafür wird man mit einer authentischen Bildqualität entschädigt: Man fühlt sich bei der Sichtung des Films in dieser Fassung wie ein beidseitig mit acht Dioptrien kurzsichtiger Teenager, dem unser Killer mit seiner Forke erst die Brille von der Nase gelupft und ihm dann auch noch die Mattscheibe seiner heißgeliebten 1980er Röhrenglotze zerkratzt hat. So frech es ist, den Film in solch desolater Qualität zu veröffentlichen, so förderlich ist es für das Sleaze-Gefühl bei der Sichtung. Denn man kann sich mit einem derart schmuddeligen Look optimal in der Selbstgefälligkeit über das Wissen suhlen, dass der Film in Deutschland immer noch beschlagnahmt ist und man ihn sich TROTZDEM oder EBEN DRUM anschaut, weil man halt so ein cooler Nerd ist, der Zugang zu solchen halbseidenen Veröffentlichungen hat.

Daher weiß der Film selbst (oder gerade?) in dieser im Land seiner Verbannung herausgegebenen Fassung recht adäquat zu unterhalten, was immerhin einem - gemessen am Gesamtbild der Slasher der 80er Jahre nicht selbstverständlichen - Mittelmaß entspricht (oder 5/10 Punkten).

5/10
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Kommentare

06.12.2015 23:16 Uhr - Insanity667
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Eine formidable Kritik du dicke Fellnase, das steht (wie immer) außer Frage. Ich persönlich finde den Streifen allerdings für die damalige Zeit überdurchschnittlich und absolut empfehlenswert, im Gegensatz zum 2. Freitag z. B. Zur miesen Qualität kann ich nur sagen, es gibt eine australische Non-Bootleg DVD mit einer deutschen Topsynchro und gestochen scharfen Bildern. Die Red Video VÖ ist dagegen Daumenkino...

06.12.2015 23:16 Uhr - Insanity667
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Whoooops... Ein mieser Doppelpost. Sorry. :/

06.12.2015 23:33 Uhr - NoCutsPlease
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Dank deiner tollen und wortgewandten Reviews erhält das Wort "Doggystyle" bald eine ganz neue Bedeutung! ;-)

Auch diesen Film beurteile ich persönlich etwas besser - seine 6/10 hat er allemal, aber vielleicht muss einfach mal wieder eine neue Sichtung vorgenommen werden.

07.12.2015 00:06 Uhr - Grrrg
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Dem Wortjongleur ist nichts zu schwör. Leichtfüßig geschriebene Review. Ich hatte großen Spaß beim Lesen. den Film kene ich nicht und das werde ich wahrscheinlich auch nicht ändern. Ich kann mich nur dunkel an einen deutschen Trailer erinnern, in dem gefühlte hundertmal der zugegeben recht schmissige deutsche Titel wiederholt wurde. "Die Forke des Todes, von Erfolgsregisseur Joseph Zito" oder so ähnlich.

07.12.2015 08:18 Uhr - leichenwurm
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Klasse Review Dicker Hund ! Allerdings gibt's da nen klitzekleines Haar in der Suppe: Regisseur Joseph Zito hat den 4ten "Friday" inszeniert... Teil 3 war von Steve Miner ;-)) !

07.12.2015 08:54 Uhr - dicker Hund
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Vielen Dank für Lob und Tadel. Der Text zu den Freitagen ist jetzt so editiert, wie er eigentlich gedacht war. Sehr gut gesehen, Würmli!

07.12.2015 18:46 Uhr - Frank the Tank85
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Wieder ein gutes Ding von dir und coole Titelauswahl.
Ich hätte zwar auch etwas besser bewertet, aber passt schon ;-)

07.12.2015 19:05 Uhr - cecil b
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Wieder ein schönes Review mit eigener Handschrift!

07.12.2015 22:36 Uhr - Punisher77
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Ein weiteres, sehr gut geschriebenes Review!
Dem Film selbst hätte ich 7/10 gegeben. Die Synchro des Films ist allerdings so übel, dass ich sie als Paradebeispiel für das Argument anführen würde, dass man sich Filme besser im O-Ton ansehen sollte.

10.12.2015 22:22 Uhr - Frank Drebin
1x
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Vielen Dank auch von meiner Seite für deine gute und aufschlussreiche Review, bei der man sogar schranzigem Bildmaterial anscheinend etwas Positives abgewinnen kann... dat macht Laune! :)

In einer sehr interessanten Doku über den Slasher-Film (Namen habe ich vergessen, mea culpa)wurde The Prowler erwähnt und auch Savini meldete sich hierbei zu Wort. Ich muss sagen, dass ich sehr neugierig geworden bin. Noch weitaus neugieriger macht mich nun der Umstand, dass ich oben in der Titel-Beschreibung lese, dass der FSK 16 ist, einer der Kommentatoren aber schreibt, der Film sei beschlagnahmt. Zählt The Prowler zu diesen seltenen Beispiel tatsächlich? Würd ihn mir bei Gelegenheit echt gerne mal holen.

Vielen Dank im Voraus an den, der mich hierbei nicht dumm sterben ließe.

Gruß,
Frank Drebin

11.12.2015 11:19 Uhr - dicker Hund
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@Drebin
Wenn Du auf das Cover klickst, kannst Du den Schnittbericht zu der FSK-Fassung finden. Die ist natürlich nicht beschlagnahmt...

13.12.2015 23:57 Uhr - Frank Drebin
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dicker Hund: Danke sehr, hätte natürlich auch mal selber gucken können... o.O

Gruß,
Frank Drebin

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