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FrancisYorkMorgan
Level 3
XP 126
Eintrag: 08.02.2019

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Sieben

(Originaltitel: Se7en)
Herstellungsland:USA (1995)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Seven

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,89 (51 Stimmen) Details
inhalt:
Zwei Cops (Brad Pitt und Morgan Freeman) jagen einen hochintelligenten, schwer zu fassenden Killer, der eine Reihe grausiger Morde zelebriert - seine Opfer haben jeweils eine der sieben Todsünden begangen. Eine weitere Rolle übernimmt Gwyneth Paltrow in diesem berühmten Thriller, der den Zuschauer in eine ungemütliche, regenfeuchte Stadt voller Agonie und Fäulnis führt. Regisseur David Fincher (Fight Club, Zodiac - Auf den Spuren des Killers, Der seltsame Fall des Benjamin Button) dirigiert die atemberaubende Story mit einem untrüglichen Gespür für unsere inneren Ängste bis zum überwältigenden Höhepunkt, der selbst die kaltblütigsten Seelen erschüttert.
eine kritik von francisyorkmorgan:

Für mich reifte "Sieben" in den letzten Jahren zu einer absolut hervorragenden Charakterstudie dreier völlig gegensätzlicher Männer heran, welche in der flächig wabernden und schlierenden Masse einer riesigen Großstadt voller Menschen beinahe zu verschwinden drohen. Für mich war es schon immer weniger der perfide und zu lösende Fall, die markanten, kontrastreichen und zur Schau gestellten Gräueltaten oder die unbestreitbare visuelle Brillanz, die "Sieben" vielfach auszeichnet, sondern die drei ganz unterschiedlichen Männer, die hier, mehr oder weniger zufällig, ihr Ende im Anfang finden. "Sieben" zeichnet für wenige Tage den Weg des hitzköpfigen und wenig besonnen agierenden David Mills (Brad Pitt) nach, der den ruhigen, altersmilden und aufmerksamen William Somerset (Morgan Freeman) vor seinem baldigen Ruhestand ablösen soll. Nur widerwillig ermitteln die beiden ungleichen Detectives miteinander und suchen den mysteriösen Täter, der seine Opfer nach den sieben Todsünden richtet und teils groteske, der Predigt halber inszenierte Bühnen des Grauens zurücklässt.

Aufgezwungene Reue? Aus Liebe zu Gott? 

Getragen wird "Sieben" vom besten nur vorstellbaren Ensemble. Hat man "Sieben" noch nicht gesehen, sollte man schleunigst - und zwar auf der Stelle - das Lesen dieser Zeilen abbrechen und sich die herausragende Blu-Ray dieses Films beschaffen. Dem überragenden, scharfen und tiefschwarzen Bildtransfer dieses Blaulings sieht man die mittlerweile 24 vergangenen Jahre seit der Premiere nicht im geringsten an, der ordentliche 5.1-Sound ummantelt einen für zwei morbide und makabere Stunden und die zahlreichen Bonusinhalte fesseln über den grandios inszenierten und unterschwellig intonierten Abspann hinaus - in der Anwesenheit des Grauen glänzend, der allgegenwärtigen Apathie im Angesicht. Besonders empfehlenswert - und wohl ein Projekt für weitere Jahre - sind die vier Audiokommentare der beteiligten Filmemacher. Ich habe die HD-Scheibe schon einige Jahre und noch immer nicht alles aufgesaugt, was aber auch daran liegt, dass die Kommentare (leider, leider) nicht Deutsch untertitelt sind. Dennoch lohnen die interessanten Ansichten der Macher und beleuchten jede Facette dieses bitteren Meisterwerks.
 
Der außergewöhnliche Film von David Fincher ist gefühlt keinen einzigen Tag gealtert, der verzerrt-bezirzende und reibend-düstere Score schält sich mal schneidend, mal beruhigend und dann wieder abstoßend durch die Ohren. Der formidabel inszenierte Spannungsaufbau in der Angst dessen, was Tag für Tag ans Licht der einzufordernden Tugenden kommt, ist eine Wonne und sucht in ästhetischer wie inhaltlicher Hinsicht bis heute seines Gleichen. Kaum ein artverwandter Vorläufer ("Das Schweigen der Lämmer" mal außen vor) und keiner der zig Trittbrettfahrer erreichten je diese schmirgelnde und kratzende Intensität, die "Sieben" letztlich und für alle Zeit auf sein Publikum herab regnen lässt. Regisseur David Fincher und Autor Andrew Kevin Walker verstanden es meisterlich, ihre drei Hauptfiguren in schwammig definierten Gegensätzen zu zeichnen und zelebrieren nach und nach ein ganz persönliches Martyrium, um dann, ganz am Ende, die richtigen, endlichen und so finsteren Schlüsse aus dem Bogen zwischen Kino und Leben selbst zu ziehen. Inmitten der metaphorisch angehauchten Handlung, der Ermittlung und den durchweg grandios gefilmten Montagen, würde ein solch einfaches 'Gut und Böse'-Konstrukt mitunter einbrechen und im Spiel schlecht gewählter Darsteller ersticken. Man denke nur an halbgare und ausgeschlachtete Kopien wie "Resurrection" oder die unsensible und mitunter stümperhafte "Saw"-Reihe. "Sieben" ist bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt und das führende Trio verinnerlichte die Eigenheiten von Walkers geschrieben Zeilen mit einer beispiellosen Wucht. Mit den Jahren ist es immer mehr Morgan Freeman und sein gesetzter William Somerset, der sich als neutraler Puls und richtige Mitte definiert - was beunruhigende Bände über unsere Gesellschaft spricht. Eine nachdenkliche und tief reichende Sternstunde für den renommierten Schauspieler. Auch abseits seines einprägsamen Ermittlerduos gibt sich "Sieben" zielstrebig und schroff, intelligent und vorwärts gerichtet, eiskalt und vollgestopft mit interessanten Details - ein jedes Bild ein düsteres Kunstwerk fern jeder Vorstellungskraft. 127 Minuten und jeden einzelnen Moment spürt man die grimmige Perfektion in ihrer spiegelnden wie makaberen Unvollkommenheit. Ein morbider, in der sanften und resignierten Menschlichkeit brechender und geradezu einmaliger Film, der mit den grundlegenden Schubladen des Genres gekonnt spielt, sich derer mitunter verwehrt und so böse wie konsequent endet. Einzig einige abrupte Wechsel und hastige Stolpersteine gen Ende stören mich irgendwie noch immer so ein kleines bisschen, auch wenn sie hinsichtlich ihrer situativen Spannung besonders stark sind. Es ist beinahe so, als wäre der Täter nicht nur den emsig eifernden Ermittlern, sondern auch meiner unscheinbaren Wenigkeit immerzu einen Schritt voraus. Nach so vielen Jahren ist es ganz klar: "Sieben" opfert seinen Zuschauer, lässt ihn augenscheinlich im Dunkel, in der irren Hektik und wirren Angst dieser vielen, atmenden Menschen und der unendlich verzweigten Welt zurück. Ein impulsiver Geniestreich.

Brad Pitt, Morgan Freeman und...

...nun, das sollte jeder Filmliebhaber, der es noch nicht geschafft hat, am eigenen Leib erfahren. Der übermütige und junge Hitzkopf, der geerdete und geschliffene Ermittler in alten Tagen und der gewiefte, zerstörerische und des Schicksals lose Inszenator der sieben Todsünden. Es gibt nichts Vergleichbares in der Form eines Spielfilms.

9/10
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Kommentare

08.02.2019 21:44 Uhr - Mucki1979
1x
User-Level von Mucki1979 3
Erfahrungspunkte von Mucki1979 140
Ganz toll verfasste Rezi zu einem sehr guten Film. Schön zu lesen und die Grandiosität dieses Films, welcher im Nachgang zig Mal kopiert wurde, treffend herausgearbeitet.

Leider konnte Spacey seine eigentliche Genialität als Protagonist hier noch nicht zelebrieren, dafür konnte Pitt zeigen, dass er deutlich mehr konnte, als Bettdeko von Susan Sarandon und Geena Davis kurz zuvor!

09.02.2019 08:05 Uhr - FrancisYorkMorgan
1x
User-Level von FrancisYorkMorgan 3
Erfahrungspunkte von FrancisYorkMorgan 126
Gut, das mag schon sein. Dennoch war es damals ein toller Clou den eigentlichen Bösewicht so spät wie nur möglich einzuführen und ihn komplett durch seine Taten wirken zu lassen. Ein Geniestreich. Pitt konnte sein Talent abseits netter Bettdeko für Davis und Sarandon übrigens schon vorher unter Beweis stellen. Nämlich in "Kalifornia", der schon sehr weit von seichter Unterhaltung entfernt ist. Falls du den noch nicht kennst: es lohnt sich "Kalifornia" mal anzuschauen.

09.02.2019 09:03 Uhr - Mucki1979
1x
User-Level von Mucki1979 3
Erfahrungspunkte von Mucki1979 140
Ich kenne Kalifornia und da ist mir eigentlich nur Duchovny positiv aufgefallen. So gehen die Geschmäcker dann eben auseinander.

09.02.2019 14:52 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 13
Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.552
Schön individuell besprochen. Punktemäßig bleibe ich gleichauf. Und ja, die "Saw"-Reihe spielt zwei Klassen tiefer...

12.02.2019 16:09 Uhr - Stoi
Da wäre ich - was ich echt selten bin - mit 10/10 dabei.
Zum Thema Serienkiller gibt es einfach nichts besseres und abseits davon ist das ein grossartig inszenierter Thriller, der Maßstäbe gesetzt hat.

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