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FrancisYorkMorgan
Level 3
XP 126
Eintrag: 04.02.2019

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Zodiac - Die Spur des Killers

(Originaltitel: Zodiac)
Herstellungsland:USA (2007)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Biographie, Drama, Krimi, Thriller,
Mystery

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,69 (89 Stimmen) Details
inhalt:
Der Amoklauf eines Irren, der nie geschnappt wurde; der unfassbare Chiffre-Killer, der das ganze Land in Angst und Schrecken versetzte – Amerikas Gegenstück zu Jack the Ripper. Wie viele Morde der wohl legendärste Serienmörder der USA wirklich beging, wird vermutlich nie ans Licht kommen. In Anlehnung an die wahre Geschichte dieses Serienmörders, der den Großraum San Francisco in Atem hielt und jahrzehntelang die Behörden in vier Verwaltungsbezirken mit seinen Chiffren und Briefen verspottete. Vier Männer sind von der Jagd auf den Jäger besessen – diese Besessenheit verändert sie völlig und macht sie zu Gespenstern ihrer selbst: Die endlosen Hinweise, die der Killer hinterlässt, dominieren ihr Leben – und zerstören es.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von francisyorkmorgan:

Zugegeben, ein klassischer und zufriedenstellender "wer war's denn nun"-Film ist David Finchers "Zodiac" nicht, was Kenner der Materie nicht wirklich überraschen dürfte. An dieser Stelle sei unbedingt zum Directors Cut auf Blu-Ray oder DVD geraten, denn die gehaltvollen Specials und umfangreichen Dokumentationen runden den hervorragenden Film ab, sind interessant und tiefgründig und dürften wirklich alle Unklarheiten zu den in der Vergangenheit beantworteten Fragen abdecken, was aber heißt, dass nichts stichhaltiges enthüllt wird. "Zodiac" bleibt sowohl auf der filmischen, als auch auf der realen Ebene faszinierend und, nun ja, unaufgeklärt.

Der sogenannte Zodiac-Killer wurde in einem undurchsichtigen Wirrwarr an Indizien, möglichen Beweisen, Krumen und Spuren, Verdächtigungen und den ausufernden und über Jahre hinweg andauernden Ermittlungen niemals geschnappt oder gar eindeutig identifiziert. In diesem Meer an Schnipseln und Kehrseiten inszenierte Regisseur David Fincher einen stilistisch bemerkenswerten Thriller, der unaufhaltsam und ungemütlich an den Grenzen des unvorstellbaren, unbekannten und verborgenen Grauens zupft und das Publikum bitter in den Abspann gleiten lässt. Robert Graysmith, der im Film von Jake Gyllenhaal gespielt wird, verfasste ein Buch über diesen langwierigen und völlig für sich stehenden Fall, welches der Drehbuchautor James Vanderbilt kongenial in filmische Formen passte, auch wenn man niemals das Gefühl los wird, eine Mini-Serie aus den Händen Finchers wäre noch besser geworden. Nach und nach öffnen sich mehrere Wege und Möglichkeiten. Die in Frage kommenden Täter beziehen nie eindeutig Stellung oder bleiben weit im Hintergrund. Das scheinbar komplexe und kaputte Rätsel des Killers beschäftigt die Welt bis heute, was Fincher in jeder Minute bewusst als finster schimmernden Joker ausspielt. Die größte Stärke von Finchers "Zodiac" ist, dass sowohl die Zuschauer, als auch die Protagonisten immer im Nebel tappen und nur nach wenigen Halmen und Silhouetten greifen lässt. Man glaubt immerzu, dass sich kleine Blitzer und klare Spuren auftuen, bis Fincher diese Widersprüchlichkeiten fallen lässt und andere Wege aufgreift. Für und wider, das Abwägen der Wahrheit.

Finchers "Zodiac" ist ein detailversessener und dichter Kriminalfilm. Schon die klassischen Warner- und Paramount-Logos zu Beginn zelebrieren eine geerdete und nachvollziehbare Richtung der Inszenierung, der Score und die gewählten Songs aus den Sechzigern und Siebzigern tragen ungemein zur perfekt ausgestatteten Szenerie bei. Der Look von "Zodiac" ist bis ins letzte Fitzel durchkomponiert und in atmosphärischer Hinsicht gibt es an "Zodiac" nichts auszusetzen. Etwas Sitzfleisch vorausgesetzt, schraubt und schält sich "Zodiac" in unwohle und gruselige Höhen und hinterlässt aufmerksame und neugierige Geister mit einem wohlwollenden Nicken, spalten sich die Möglichkeiten in der letzten Szene des Films erneut. Suspense par excellense. "Zodiac" ist ein konsequenter, stark eingefangener und herausragend gespielter Film, der tatsächlich für keinen einzigen der ganz großen Filmpreise nominiert wurde - eine Schande. David Fincher begeht dabei glücklicherweise nicht den 'Fehler' einen zweiten "Sieben" abzuliefern, denn das hätte keineswegs zur Zodiac-Story gepasst. "Zodiac" ist nun schon elf Jahre alt und ich habe den Film etwa genauso oft und mindestens genauso gerne geschaut, wie Finchers stilprägenden und völlig gegensätzlichen Klassiker "Sieben" aus dem Jahre 1995. "Zodiac" ist, trotz der unermüdlichen Fülle und der treibenden Dichte an Details, ein profundes Stück Charakter-Kino, welches einige faszinierende Macken und kleinste Ticks der involvierten Figuren abseits der ernsten Thematik in Gold wandelt. Da wäre zum Beispiel David Toschis (Mark Ruffalo) zuckersüßes Faible für Kekse und Zynismus. Oder Robert Graysmiths selbstzerstörerische Sucht nach dem nicht zu fassenden Killer. Unter den vielen einprägsamen Figuren ist da noch ein gewisser Paul Avery, der von Robert Downey Jr. gespielt wird. Der Journalist der über den Killer schreibt und dann von diesem bedroht wird. "Zodiac" gehört sicher zu den besten Darbietungen dieses großartigen Schauspielers, der sich nach "Zodiac", "Tropic Thunder" und den herrlichen "Sherlock Holmes"-Auftritten möglicherweise für immer und ewig ins künstlerisch fade, aber umso ertragreichere MCU verabschiedete.

"Zodiac" fühlt sich an, als gehe man an einem anbrechenden Herbstabend nach Hause und dreht sich abseits der beleuchteten Wege um und bleibt stehen. Schritte und Schatten im Hintergrund und ein gleichförmiger Hall nur unweit einer täglichen Route. Blicke gleiten durch das finstere und ungewisse Dunkel. Büsche und Sträucher wiegen im lauen Abend, das dürre Gras und das auf dem Boden liegende Laub raschelt so spät an einem Abend im September und der Mond scheint über den trockenen Teer des Weges und lässt diesen fahl und hellgrau schimmern. Im undurchsichtigen Nebel, nach etlichen Halmen greifend, sucht man krampfhaft nach verschwommenen Silhouetten. Man glaubt immerzu, dass sich kleine Blitzer und klare Spuren auftuen, dass sich irgendwas Größeres in der dunklen Masse verbirgt. Doch Antworten und Rätsel verschwimmen, nichts tut sich auf und die Widersprüchlichkeiten bleiben bestehen. Leise flüstert man mit sich selbst, beruhigt sich mit eigens geschaffenen Theorien. Für und wider, das Abwägen der Wahrheit. Irgendwo da draußen lauern die richtigen Antworten auf alle Fragen über den Zodiac-Killer. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass diese jemals aus dem Dickicht der Nacht kriechen werden. Und irgendwann wird es wieder Herbst. Und dann wieder...

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Kommentare

05.02.2019 08:14 Uhr - Dissection78
2x
DB-Co-Admin
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Chapeau, Mr. Morgan! Hier wiederhole ich mich gerne: Das ist neben "Fight Club" mein liebster Fincher. Der hat sogar seinen anderen Serienkiller-Thriller "Sieben" in meiner Gunst überholt. Besonders die akribische Beobachtung der Arbeit der jeweiligen Ermittler, ob Polizist oder Karikaturist/Journalist, die von einigen Leuten als Schwäche oder langweilig empfunden wird, ist in meinen Augen seine große Stärke.

Äußerst spannend, atmosphärisch dicht, filmisch herausragend umgesetzt. Da vergebe ich mindestens einen Punkt mehr, muss allerdings erwähnen, dass ich die Serienmörder-Thematik, bei aller makabren Morbidität, generell interessant bis faszinierend finde.

05.02.2019 08:30 Uhr - JasonXtreme
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DB-Helfer
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Abermals gewohnt geile Rezi... der Film selbst ist bei mir mittlerweile bei einer 10 gelandet. Wenn man sich mit dem Fall mal beschäftigt kann man verstehen, wieso Graysmith sich so darin verfangen konnte. Ich kann da sein Buch nur empfehlen, dieses ist aber sehr sachlich und nicht wirklich eine zusammenhängende Geschichte. Es ist aber viel tiefgründig, weitreichender und begründet vieles wesentlich deutlicher. Um die ganzen Faktein und Vermutungen reinzunehmen hätte Fincher eine Serie als Format wählen müssen.

SPOILER
Man versteht hier viel mehr wieso Graysmith sich auf die Person im Film versteifte, deren Wohnwagen durchsucht wurde... u d trotz DNA Beweisen bin ich mir sicher er war es auch wirklich ;)

05.02.2019 18:21 Uhr - cecil b
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DB-Co-Admin
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Da kann ich den Kommentatoren nur zustimmen, bezüglich der Review!

05.02.2019 23:22 Uhr - Intofilms
3x
Ja, ein ganz besonderer Thriller, der gleichsam zwischen Inszenierung und Dokumentation changiert und vermutlich genau aus diesem Grund so intensiv, beklemmend und verstörend auf mich wirkt. Im Kino hatte ich jedenfalls schreckliche Angst. Und die habe ich auch heute noch nicht völlig besiegt (tatsächlich bin ich weit entfernt davon), was definitiv für den Film spricht!
Natürlich spielt Jake Gyllenhall seine Rolle großartig (das tut er eigentlich immer). Aber Mark Ruffalo ist eben auch sehr gut aufgelegt und gefällt mir hier von allen Schauspielern fast am besten.
Und ja, eine (Mini-)Serie rund um diese mysteriösen Mordfälle könnte ich mir auch gut vorstellen.

Für mich eine 9/10. Deine Rezis sind schlicht ein Hochgenuss. Danke - und bitte mehr...! 😉

06.02.2019 17:56 Uhr - FrancisYorkMorgan
2x
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Als der damals raus kam, packte es mich erst relativ spät im Film, als Graysmith in dem Keller steht, dann begreift und gruselig wie schlagartig aufbrechen möchte. DAS werde ich niemals vergessen und da wurde mir klar, wie genial Fincher diesen wahnsinnig guten Film abrundete und ein andauerndes Abo für diesen Film schuf. Zodiac läuft jedes Jahr ein Mal und verliert nie an Klasse - im Gegenteil. Vielleicht ist die Form des Spielfilms doch perfekt, denn so hat immer Lust auf diese zweieinhalb Stunden im Dunkeln fischen.

Ganz sicher einer der intensivsten Filme über Serienmörder und ein guter Spiegel zu Finchers Sieben, der ja andere Qualitäten wunderbar ausspielt.

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